— Musik
Was ich höre.
Keine Charts. Keine Playlist die ich für jemanden curatiert hab. Nur Musik die mich irgendwo gefunden hat — und nicht mehr losgelassen hat.
— Gerade
liveJavelin
Sufjan Stevens · 2023
Stevens hat dieses Album geschrieben während er an Guillain-Barré erkrankt war und kaum gehen konnte. Man hört es nicht — aber man spürt es. Jedes Arrangement ist so fragil gebaut dass es sich anfühlt als würde man etwas beobachten das jeden Moment zerbrechen könnte. Für März passt das seltsam gut. Winter geht, aber leise.
Manning Fireworks
MJ Lenderman · 2024
Slacker-Rock der smarter ist als er klingt. Lenderman schreibt Songs als würde er sie nebenher erzählen — beiläufig, ein bisschen müde — und dann trifft dich eine Zeile genau zwischen die Augen. 'You Have to Go to Work' ist einer der ehrlichsten Songs über Erschöpfung die ich in Monaten gehört habe.
Promises
Floating Points, Pharoah Sanders & The LSO · 2021
Neun Teile, ein einziges Muster. Das Thema verändert sich kaum — und trotzdem passiert alles. Sanders spielt Saxophon als würde er nicht improvisieren sondern erinnern. Ich habe es dreimal am Stück gehört bevor ich gemerkt habe dass draußen schon hell war. Für März: genau richtig. Übergang als Zustand, nicht als Event.
— Prägend
Alben die etwas in mir dauerhaft verschoben haben.
Kid A
Radiohead · 2000
Das erste Album das mich gelehrt hat dass Musik nicht erklären muss was sie tut. Thom Yorke hat einfach aufgehört sich zu kümmern — und das Ergebnis ist zeitloser als alles was davor oder danach klang. 'How to Disappear Completely' ist kein Song. Es ist ein Zustand.
To Pimp a Butterfly
Kendrick Lamar · 2015
Hip-Hop als literarisches Werk. Ich habe das erste Mal nicht alles verstanden. Beim fünften Hören mehr. Beim zehnten nochmal mehr. Es ist eines dieser Werke die wachsen je länger man wartet. Selten so etwas erlebt.
In Rainbows
Radiohead · 2007
Wenn Kid A der Kopf ist, ist In Rainbows das Herz. 'Nude' allein hat mehr über Verlust gesagt als die meisten Texte die ich je gelesen habe. Das einzige Album bei dem ich noch nach 15 Jahren nicht weiß bei welchem Track ich anfangen soll.
Skeleton Tree
Nick Cave & The Bad Seeds · 2016
Nick Cave hat dieses Album kurz nach dem Tod seines Sohnes fertiggestellt. Man hört es. Nicht als Sensation — sondern als Ehrlichkeit die so nah ist dass sie wehtut. Kein anderes Album hat mich so sehr gelehrt, Trauer als etwas Würdevolles zu sehen.
Lift Your Skinny Fists Like Antennas to Heaven
Godspeed You! Black Emperor · 2000
Zwei Stunden Instrumentalmusik. Kein Sänger. Kein Chorus. Nur Aufbau und Zusammenbruch, immer wieder. Das Stück 'Storm' ist eines der wenigen Momente in der Musik die sich wie Architektur anfühlen — du stehst irgendwo drin und schaust hoch.
Illinois
Sufjan Stevens · 2005
Ambition at scale: ein Album über einen Bundesstaat. Klingt absurd. Ist ein Meisterwerk. Stevens schreibt Songs als wären es kurze Romane. 'Casimir Pulaski Day' ist der traurigste Song der je über einen Feiertag geschrieben wurde.
— Lieblingsalben
Nicht die wichtigsten. Die die ich immer wieder holen würde.
A Moon Shaped Pool
Radiohead · 2016 · zuletzt 2026-02
Mein Radiohead-Einstieg war Kid A. Aber das hier ist das Album das ich am häufigsten aufgelegt habe. 'True Love Waits' als Abschluss — ein Song den Thom Yorke 20 Jahre mit sich trug — macht alles davor schwerer und schöner gleichzeitig.
Carrie & Lowell
Sufjan Stevens · 2015 · zuletzt 2026-01
So persönlich dass man fast wegschauen will. Stevens trägt seine Mutter, seine Kindheit, sein Scheitern — und macht daraus etwas so Stilles und Schönes dass es kaum aushaltbar ist. 'Death with Dignity' beginnt mit einer Frage die offenbleibt.
Have One on Me
Joanna Newsom · 2010 · zuletzt 2025-12
Drei Stunden. Harfe. Geschichten die sich wie Märchen anfühlen die nie enden sollen. Newsom ist das Seltenste: Jemand der ein eigenes Vokabular gebaut hat und darin wohnt. Ich komme immer wieder zurück obwohl ich nie sicher bin ob ich wirklich ankomme.
Asunder, Sweet and Other Distress
Godspeed You! Black Emperor · 2015 · zuletzt 2025-11
Vierzig Minuten ein einziges Stück. Ich habe es während einem langen Zugfahrt zum ersten Mal gehört. Ich werde nie wieder so eine Zugfahrt haben. Manchmal reicht einmal, um ein Ort für immer einem Klang zu gehören.
Norman Fucking Rockwell!
Lana Del Rey · 2019 · zuletzt 2025-10
Americana als Eleganz. Lana klingt wie jemand der zu spät zum schönsten Jahrzehnt angekommen ist — und das vollkommen weiß. 'Venice Bitch' ist neun Minuten und ich habe nie nach der Zeit geschaut.
Hozier
Hozier · 2014 · zuletzt 2025-09
Ich hätte nie gedacht dass ich ein Album so liebe das im Grunde Blues-Rock ist. 'Work Song' ist ein Liebesversprechen das sich anfühlt wie es von jemandem gesungen wird der es ernst meint. Selten.
Desire, I Want to Turn Into You
Caroline Polachek · 2023 · zuletzt 2026-03
Pop der sich nicht einordnen lässt — absichtlich. Polachek baut Songs aus Material das nicht zusammengehören sollte: Medieval-Chants, Hyperpop-Texturen, Theatralik ohne Ironie. 'Billions' ist eines der wenigen Stücke die mich daran erinnern dass Schönheit manchmal komisch riecht. Zuletzt März 2026, spät nachts.
— Stimmungen
Kein Playlist-Name. Eher: wann ich was brauche.
Deep Work
Wenn ich wirklich drin sein will: kein Text, kein Rhythmus der ablenkt — nur Klang als Hintergrund.
Lange Nacht
3 Uhr morgens. Kaffee kalt. Code läuft. Diese Tracks passen zu dem Moment wo die Welt ruhig ist.
Stadtspaziergang
Kopfhörer auf, Stadt als Kulisse. Musik die sich zum Rhythmus des Gehens fügt.
Wenn es regnet
Regen gegen das Fenster. Tee. Nichts zu tun außer da zu sein.
Zwischen den Jahreszeiten
März. Weder Winter noch Frühling. Musik für Momente die noch keinen Namen haben.
Morgen ohne Plan
Mittwoch. Kaffee. Kein Meeting bis 10. Diese Stunde gehört mir und ich verschwende sie richtig.
Keine vollständige Discographie — nur was sich festgesetzt hat.
Kein Last.fm. Kein Ranking. Nur Musik die zählt.